Buchtipp

Roman d’amour
von Sylvie Schenk

Charlotte Moire ist Schriftstellerin und hat die Siebzig schon überschritten. Sie hat sich in ihrem neusten Roman einer grossen Liebesgeschichte gewidmet. Es ist ein Roman über eine Affäre zwischen Klara und dem verheirateten Lev. Charlotte hat die grosse Liebesgeschichte ihres Lebens in einen Roman verwandelt, es muss niemand wissen, wie autobiografisch dieser Roman wirklich ist. Sie wird um ein Interview gebeten. Frau Sittich ist wenig feinfühlig, ihre Fragen sind äusserst peinlich bis unprofessionell, und Charlotte muss an sich halten, um dieses Gespräch zu überstehen. Sie ist mit ihren Gedanken bei Ludo, der zu Lev wurde in ihrem Roman. War es ein Fehler, so nahe an ihrer Liebesgeschichte zu schreiben? Aber was blieb ihr denn, als über die Liebe zu schreiben, als er ging? Kann man über die Liebe überhaupt schreiben?

Fazit: Zwei Frauen und ihr unterschiedlicher Blickwinkel auf die Liebe.
Sylvie Schenkhat sich an das Thema Liebe und Sehnsucht in der heiklen Form einer klassischen Affäre herangepirscht. Wobei gerade darin die Kunst dieses Romans liegt, es ist nichts klassisch. Liebe durchleuchtet, ehrlich auf den Punkt gebracht und in die Abgründe geschaut wird in “Roman d’amour”. Eine Kraft geht von diesem Roman aus, in welche man sich auch verlieben kann, denn die Autorin erzählt nicht nur klug und facettenreich über das Lieben, sie befasst sich auch mit der Befindlichkeit des Schreibens. Ich fühlte mich an den Lesegenuss von “Am Hang” von Markus Werner erinnert.


Manuela Hofstätter / lesefieber.ch / buchbon.ch

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