Buchtipp

Unhaltbare Zustände
von Alain Claude Sulzer

Sommer 1968, das Warenhaus Quatre Saisons in Bern ist insbesondere für seine wunderschönen Schaufenster bekannt. Deren Gestaltung ist der Inhalt im Leben Stettlers. Doch dann geht ein Beben durch sein Leben. Es trägt den Namen Bleicher, ein junger und fähiger Schaufensterdekorateur. Stettlers Hass gegenüber Bleicher wächst. Er holt zu einem finalen Schlag gegen den jungen Bleicher aus.

Lotte Zerbst ist Radiopianistin in Berlin. Nie wollte sie etwas anderes sein als eine angesehene Pianistin. Dafür hat sie alles geopfert. Sie ist alleine und findet das meist gut, einzig in gewissen Momenten, da steht die Mauer nicht nur in ihrer Stadt, sondern auch in ihrem Herzen. Hat sie etwas verpasst in ihrem Leben? Da erreicht sie ein Brief. Höchst elegant und schmeichelhaft schreibt ihr da ein Bewunderer. Gut tut dies ihrer einsamen Seele. Dieser Bewunderer Stettler aus der Schweiz, der rührt sie. Vielleicht gibt es ja tatsächlich noch etwas anderes im Leben als die Musik, vielleicht könnte sie ja doch eine Beziehung eingehen?

Fazit: Vom Wandel der Zeit, zeitlos schön berichtet. Dieser Roman besticht durch eine klassische, wunderschöne, stimmungsvolle Sprache. Aber Alain Claude Sulzer scheut nicht davor zurück, die Brüche exakt in der Schönheit seines Romans zu platzieren, die verpassten Gelegenheiten, die Dramatik des Lebens und des Zufalls. In einer Zeit, in welcher die Hippies die Krawattenträger verdrängten und nichts mehr so war, wie es lange Zeit gewesen ist, spielt dieser Roman, welcher uns unter die Haut geht. Sulzer schreibt nicht nur einen historischen Roman, er schreibt zeitlos über den Konflikt der Generationen und dies tut er präzise und in einer endlichen Schönheit.

 

 

 

 

Manuela Hofstätter / lesefieber.ch / buchbon.ch

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