Buchtipp

Die Wahrheit über das Lügen

von Benedict Wells

Wir erinnern uns gerne an Jules aus dem Roman “Vom Ende der Einsamkeit“. Hier bekommen wir ein Kapitel geschenkt, welches aus dem Roman gestrichen wurde und nun nachfunkeln darf. Sie war blutjung, als sie ihren fast doppelt so alten Verleger geheiratet hat, er wurde sehr erfolgreich mit seinem Verlag, sie wurden Eltern, sie stand hinter ihm, dem Verlag und der Familie und steckte alle Kraft mit hinein in seinen Erfolg. Sie hatte ja sein Versprechen, später würde sie an der Reihe sein und er sie nach Kräften unterstützen. Nun ist es an der Zeit. Während er smart daran glaubt, alles im Griff zu haben und erfolgreich aus dem Gespräch heraus zu gehen, ahnt er nicht, dass eine Fliege ihm das Genick gebrochen hat … Zwei Menschen werden aus ihrem Alltag gerissen, erwachen gemeinsam in einem Raum, der nichts für sie bereithält ausser einem Tischtennistisch und dessen Zubehör. Sie spielen, was sollten sie sonst auch tun, sie werden immer besser, sind sicher, bald werden sie sich messen müssen, es wird einen Sieger geben und einen Verlierer, der entscheidende Match kann jederzeit anstehen, wer gewinnt das letzte Spiel?

Fazit: Der We(l)ls ist einfach ein grosser Hecht!
Ich mag Kurzgeschichten ja zugegebenermassen weniger, doch wenn sie von Benedict Wells sind, dann sind sie grossartig, denn anders kann dieser Autor gar nicht schreiben. So will ich denn auch gar nicht viel mehr verraten von diesen Geschichten, die uns in diverse Dimensionen mitnehmen, uns auch mal entführen, aufprallen lassen, umschmeicheln, erheitern, oder uns verdutzt dreingucken lassen. Welches ist wohl die Ihre Lieblingsgeschichte? Ein Leckerbissen für Wells-Fans und alle, die es nach der Lektüre noch werden, das ist die Wahrheit und nichts als die Wahrheit guter Literatur.

 

 

Manuela Hofstätter / lesefieber.ch / buchbon.ch

Veranstaltungsreihe Buchtipp persönlich

Buchtipps im Katalog ansehen