Buchtipp

Vom Land
von Dominik Barta

Theresa und Erwin führen einen grossen Hof in Oberösterreich. Jetzt ist Theresa krank, sie kann die schwere Arbeit nicht mehr bewältigen. Schliesslich steht Theresa doch wieder auf, packt aber einen Koffer und verschwindet. Erwin merkt, er wird es alleine nicht lange schaffen. So ist er froh um die Hilfe vom zwölfjährigen Enkel Daniel und dessen tüchtigem Freund Toti, einem Flüchtling aus Syrien, der im Ort untergekommen ist. Ausgerechnet ein Sohn von Erwin ist ein schlimmer Rassist. Natürlich kocht sein Fremdenhass noch mehr auf, als er merkt, dass so ein Kerl auf dem Hof beschäftigt wird. Als sich die Lage zuspitzt, stellt sich Erwin beherzt gegen seinen Sohn. Theresa kommt zurück, alles scheint wieder in Ordnung zu sein, doch der Schein trügt gewaltig …

Fazit: Von Landidylle und Flüchtlingshilfe, wahrer Freundschaft und grösster seelischer Not.
Dominik Barta hat mit seinem Debüt einen absolut eindringlichen Roman geschrieben, vom harten, arbeitsintensiven Leben auf dem Land, bis hin zur Not und zum Wandel der Menschen darin in der heutigen Zeit. Theresas plötzliche Krankheit bringt alles ins Wanken, im Ort brodelt bei manchen der Hass auf Flüchtlinge. In der Familie bricht das Schweigen teilweise auf und Geheimnisse werden offenbart. Dieser Roman, auch ein Drama, kommt in einer ruhigen und dichten Sprache daher und geht tief unter die Haut. Eine Geschichte, die bleibt, ein starkes Stück Literatur!

Manuela Hofstätter / lesefieber.ch / buchbon.ch

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