Buchtipp

Die goldene Stadt

von Sabrina Janesch

1842, am Rhein wäscht Augusto Berns Gold und träumt vom grossen Abenteuer und der Goldsuche. Augusto gilt als hochbegabter Schüler und glühender Verehrer Alexander Humboldts, welchen er sogar einmal in dessen Haus erreicht und ihm Fragen stellt zu Peru und der Suche nach der goldenen Stadt. Humboldt hat Augusto geraten, sich Peru und das Gold aus dem Kopf zu schlagen. Aber Augusto macht sich auf und davon. In Peru angekommen kann er sich beim Militär verdingen und so Fuss fassen. Später verdient Berns Geld als Ingenieur bei der Eisenbahn und hat sich mit dem Geschäftsmann Harry S. Singer zusammengetan. Sie schlagen sich gemeinsam durch den Dschungel. Als Freund des Präsidenten darf er, als er die legendäre Stadt der Inkas endlich findet, diese hochoffiziell plündern. Das Unternehmen “Huacas del Inka” wird 1887 gegründet, doch Berns verschwindet kurze Zeit später mit dem Geld der Aktionäre und es wird plötzlich von Betrug gesprochen. Hiram Bingham ist 1911 mit einer Expedition in Peru unterwegs, da begegnet Hiram einem alten, weissen Mann. Er grüsst die Wissenschaftler verschmitzt und nennt seinen Namen…
Fazit: Die Welt hat noch Geheimnisse, ein Entdecker wird entdeckt! Sabrina Janesch las im Jahr 2012 in der Süddeutschen Zeitung einen Artikel, der aufzeigte, ein Deutscher habe die legendäre Inkastadt Machu Picchu entdeckt und dies 40 Jahre früher, als es bis heute angenommen wird. Hiram Bingham war bis anhin als Entdecker, der im Jahr 1911 Machu Picchu fand, der gefeierte Wissenschaftler. Frau Janesch recherchierte lange Jahre, tauschte sich mit den Historikern aus, reiste erneut nach Peru und füllte die Lücken in der Geschichtsschreibung auf. Ihre Faszination für den Ingenieur, Artillerist, Vermesser, Unternehmer, Entdecker und Schatzjäger Augusto R. Berns war längst zum Romanprojekt geworden. “Die goldene Stadt” ist ein grandioser Roman über Peru, die Inkas, die Jagd nach dem Gold und Reichtum, ein faszinierendes 19. Jahrhundert und ein beeindruckendes Beispiel, wie Literatur Neues entdecken und Fehlendes erschaffen kann.

 

Manuela Hofstätter / lesefieber.ch / buchbon.ch

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