Buchtipp

Herr Faustini bekommt Besuch
von Wolfgang Hermann

Das Wort “Vater” hat Herr Faustini noch niemals mit sich selber in Verbindung gebracht, aber die Frau, die an seiner Haustüre geklingelt hatte, schob einen Jungen namens Hugo in sein Haus und nannte Herrn Faustini “Vater”. Hugo stand nun mit gesenktem Kopf im Haus. Jetzt war Faustini also verantwortlich für Hugo, er würde diesen Jungen gut versorgen. Das Leben wollte ihm wohl eine Abwechslung bescheren, er würde sie geniessen. Schliesslich waren Sommerferien, gerne würde Herr Faustini mit Hugo eine etwas erweiterte Minireise antreten und er war erfreut darüber, dass Hugo einer Reise zustimmte. Hugo fand Gefallen am Motor des Schiffes und an der Fahrt mit diesem. Auch das Zeppelinmuseum stellte sich als voller Erfolg heraus. Herr Faustini erlebte bald viel, er spielte Poker mit Hugo, auch Liebeskummer wurde miterlebt und kurz darauf ein sehr spezielles und wichtiges Fest.

Wolfgang Hermann hat einen Protagonisten geschaffen, der mich im Sturm erobert hat. Herr Faustini ist einzigartig, er ist emphatisch und fähig, die Welt um sich herum zu einem besseren Ort werden zu lassen. Dieser Roman ist herrlich witzig geschrieben und zugleich kunstvoll und poetisch. Wenn Herr Faustini nachdenkt, die Welt erfasst, dann geht einem das Herz auf, das ist unbeschreiblich kostbar und von seltener Schönheit. Ein Buch, das glücklich macht und mir ein breites Lächeln ins Gesicht und Herz gezaubert hat.

Manuela Hofstätter / lesefieber.ch / buchbon.ch

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