Buchtipp

Die Diplomatin
von Lucy Fricke

Fred, 50 Jahre alt, ist eine erfahrene Diplomatin. Nun kommt sie als deutsche Botschafterin nach Uruguay. Es könnte ihre letzte Station sein, denn hier passiert nicht viel. Da wird eine deutsche Instagrammerin vermisst und leider endet es für die junge Frau tödlich. Zwei Jahre später hat sich die Lage beruhigt, doch Fred wird nach Istanbul versetzt.  Als deutsche Konsulin ist sie nun in ihrer Lieblingsstadt, aber auch in einem Land, das die Menschenrechte mit Füssen tritt. Eine Künstlerin mit deutscher Staatsbürgerschaft wird in Haft genommen. Sie kämpfte für die Kurden, und das sieht man als Terrorismus an in der Türkei. Als ihr Sohn aus Deutschland einreist, um seiner Mutter beizustehen, greifen die Behörden auch ihn an. Die diplomatischen Wege haben etwas Ernüchterndes, Fred rebelliert gegen die Staatsmacht und handelt.

Fazit: Diplomatie über Bord, Menschenleben retten!
Lucy Fricke schreibt mit einer nüchternen Feder ein stimmiges Bild, zeigt uns das diplomatische Parkett und tut dies mit einem herrlich trockenen Humor. Nebst bester Unterhaltung, weist uns dieser Roman auf die Not der kurdischen Minderheiten und deren tragisches Schicksal hin. Am Beispiel der Türkei sehen wir im Roman, wie die Menschenrechte übergangen werden und wie weitreichend Hass sich durch alles zieht. Die Autorin hat in Istanbul viel Recherche betrieben und ich kann ihren Roman nur voll und ganz empfehlen. Beste Ferienlektüre, witzig, denn nur mit Humor ist unsere Welt zu ertragen.

 

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